Planungsrechnungen für die Rückstellungsentwicklung

Von der Jahresbilanz zur Planbilanz

Rückstellungen für Pensionen und sonstige Rückstellungen

Mit Hilfe von Rückstellungen werden die Aufwendungen der Verursachungsperiode zugerechnet, wobei die tatsächlichen Leistungen erst in einer späteren Auszahlungsperiode erfolgen. Die Bildung von Rückstellungen ist aufwandswirksam und daher in der Ergebnisrechnung zu erfassen. Voraussetzung für die Bildung von Rückstellungen ist, dass diese Verpflichtungen noch „ungewiss“ sind. D.h. der Eintritt ist dem Grunde nach zu erwarten, die Höhe und der Fälligkeitszeitpunkt jedoch sind noch ungewiss.

Liegen Voraussetzungen für die Bildung von Rückstellungen vor, so sind sie in ausreichender Höhe unter Beachtung des Vorsichtsprinzips zu bilden und in der Bilanz zu passivieren. Somit erfüllen sie den Zweck, jedem externen Betrachter Einblick in die Vermögens- und Schuldenlage zu vermitteln. Welche und wieviel Finanzmittel als „ausreichend“ angesehen werden, ist abhängig vom der Bewertungsmethode. So sind für die Bilanzierung in der handels- oder Steuerbilanz unterschiedliche Bewertungsmethoden vorgeschrieben.

Handelsrechtliche Rückstellungen

Die Höhe der in der Bilanz zu bildenden Rückstellungen bemisst sich nach dem möglichen Erfüllungsbetrag. Dies ist der Betrag, der wahrscheinlich notwendig ist, um die Verpflichtung zu erfüllen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt zum jeweiligen Bilanzstichtag erneut. Somit dienen die Rückstellungen dem Zweck zukünftige Zahlungsbelastungen aufzuzeigen.

Ist die Entwicklung der Rückstellung planbar?

Da Rückstellungen „ungewiss“ bezüglich ihres tatsächlichen Auszahlungsstromes sind, lassen sich die Aufwendungen und Erträge für die Zuführung und Auflösung der Rückstellungen nur in einem bestimmten Rahmen planen. Die Entwicklung der Rückstellungen wird wesentlich beeinflusst durch Bestandsgrößen wie: Gehaltsanpassungen, Rentenanpassungen, tatsächlichen Renteneintritt, Personalfluktuation und Todesfällen. Ein weiterer Faktor ist der jeweils am Stichtag anzusetzende Rechnungszinssatz. Der größte Teil dieser Einflussfaktoren ist für eine kurzfristige Planung oft bekannt oder lässt sich aus vorhandenen Vergangenheitswerten gut ableiten, wie zum Beispiel die Fluktuation oder das Verrentungsverhalten. Ebenso sind die Auswirkungen der Sterblichkeit einschätzbar. Werden diese Eingabeparameter bei der Planungsrechnung berücksichtigt, so kann die Entwicklung der Rückstellung in einem Korridor eingeschätzt werden.

Finanzplanung

Die Ergebnisse dieser Planungsrechnungen basieren auf statistisch gut belegbaren Grundlagen. In Unternehmen werden unterschiedliche Instrumente für die Finanzplanung und –kontrolle eingesetzt. Teilweise werden diese aber auch durch gesetzliche Regelungen vorgeschrieben oder durch die entsprechenden Verordnungen bestimmt. Insbesondere werden von Banken und Gläubigern oft Planungsrechnungen (Vorschaurechnungen) verlangt. Sehr häufig wird ein Finanzplan oder auch Liquiditätsplan erstellt, in dem durch die Kapitalbedarfsdeckungsrechnungen den zukünftigen Einzahlungen die Auszahlungen gegenüber gestellt werden. Der Finanzplan oder mittelfristige Finanzplan (3 bis 5 Jahre) umfasst hierbei einen größeren Planungszeitraum. Der Liquiditätsplan wird eingesetzt um die unmittelbare Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens zu gewährleisten. Über die Hälfte der deutschen Unternehmer setzen Planbilanzen ein, um die Bilanzentwicklung bis zum nächsten Bilanzstichtag zu prognostizieren.

Die Auswirkung der Personalverpflichtungen (Zusagen für: Pensionen, Altersteilzeit, Jubiläen, Deputate) auf das Bilanzergebnis ist oft sehr hoch. Oft stellt die Pensionsverpflichtung die größte Einzelposition dar. Umso wichtiger ist hier eine zuverlässige Planung dieser Einflussgröße.

Unser Angebot:

Planungsrechnungen für die Rückstellungsentwicklung

Der GBG-Service kann Ihnen hier fundierte Plandaten für die Bilanz und die Liquidität Ihres Unternehmens liefern. Ausgehend von dem für die Stichtagsbewertung zur Verfügung gestellten Personenbestand (oder bei starken Personalbewegungen auch anhand eines neueren Datenbestands) werden Planungsrechnungen (Vorschaurechnungen) für die bei Ihnen existierenden Verpflichtungen erstellt. So erhalten Sie eine sichere Planungsgröße für den Bilanzansatz und für den zu erwartenden Cash-flow.

Für den Liquiditätsplan können die kurzfristigen, mittelfristigen oder langfristig erwarteten Belastungen dargestellt werden. Ggf. unter Beachtung der gesonderten Vorschriften (z.B. Sanierungsgutachten nach IDW S 6, Liquiditäts- und Vermögensanalysen nach IDW S 11).

Ebenso können bei der Planungsrechnung verschiedene Entwicklungen unterstellt werden. Szenarien mit und ohne Biometrie oder die Berücksichtigung vom Stellenabbau oder Bestandserhalt sind nur ein Beispiel.

Gestaltungsalternativen:
Wie beeinflussen Rechnungszins, Trendannahmen (Gehaltstrend, Rententrend) die Rückstellung?

Die nach handelsrechtlichen Vorschriften maßgeblichen Zinssätze bei der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nach deutschen (HGB) und internationalen (IFRS) Rechnungslegungsvorschriften sinken seit Jahren. Welchen Einfluss haben diese Zinssatzveränderungen auf Ihre zukünftigen Bilanzen? Diese oder auch die Auswirkung von Trendannahmen wie die Rentensteigerung, Gehaltsanpassungen, Inflation kann der GBG-Service für Sie darstellen. Sind Ihnen die Auswirkungen der unterschiedlichen Einflussgrößen bekannt, so lassen sich diese – soweit hier nicht zwingende Vorschriften bestehen – gezielt für Ihre unternehmerische Gestaltung einsetzen.

BilMoG Zins
Monat 7-jährig 10-jährig
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12.2020 1,60 % 2,30 %

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