Bilanzierung von Pensionsrückstellungen

Bilanzierung von Pensionsrückstellungen

Bilanzierung von Pensionsrückstellungen sind die Auswirkung einer erteilten Pensionszusage. Diese sind auf der Passivseite der Bilanz ausweisen. Der hieraus resultierende periodenbezogene betriebliche Aufwand oder Ertrag zählt zum Personalaufwand bzw. Zinsaufwand.

Unmittelbaren und mittelbaren Pensionsverpflichtungen

Allerdings unterscheidet man zwischen unmittelbaren und mittelbaren Pensionsverpflichtungen. Sofern das Unternehmen die Pensionszusage vollständig im eigenen Hause verwaltet und Betriebsrenten ausgezahlt, handelt es sich wahrscheinlich um eine (unmittelbare) Direktzusage. Die Einbeziehung einer Rückdeckungsversicherung ändert hieran nichts.

Wird ein externer Dritter bei der Abwicklung der Altersversorgung involviert, so handelt es sich wahrscheinlich um eine mittelbare Pensionsverpflichtung (Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionsfonds)

Bilanzierung von Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz

Entsprechend den Regelungen von Art. 28 EGHGB gilt für unmittelbare Pensionszusagen ein Wahlrecht bezüglich der Passivierung. Nutzt das Unternehmen dieses Wahlrecht, d. h. passiviert es die Verpflichtung nicht in voller Höhe, ist der Fehlbetrag im Anhang anzugeben (Art. 28 Abs. 2 EGHGB) (Lastwert).

Die Pensionsverpflichtungen (Betriebsrenten) zählen handelsrechtlich zu den „ungewissen Verbindlichkeiten“, da sie vom Zahlungszeitpunkt, der Zahlungshöhe(-dauer) ungewiss sind, jedoch die Inanspruchnahme sehr wahrscheinlich ist. Allein hierdurch ergibt sich handelsrechtlich die Pflicht zur Bilanzierung von Pensionsrückstellung. Die Ermittlung der Pensionsrückstellung hat nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zu erfolgen.

Als Wertansatz ist – seit Einführung des BilMoG – der Erfüllungsbetrag anzusetzen. Dies ist der Wert, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, die künftigen Auszahlungsbeträge zu begleichen. Jedoch ist der Umfang der Einflussfaktoren von der Versorgungszusage abhängig. Außer Gehalt- und Rententrend können dies Preissteigerung, Karrieretrends, Fluktuation, und sonstige biometrische Risiken sein. Des Weiteren ist der Betrag abzuzinsen. Die allgemeinen Grundsätze für die Abzinsung von Erfüllungsbeträgen sind in § 253 HGB geregelt. Jedoch gibt es für die Altersversorgungsverpflichtungen spezielle Vorschriften. Die derzeit gültigen Rechnungszinssätze können Sie unter HGB Zinssatz | GBG-Prognose nachsehen.

Weiterhin ist für jede zukünftige Zahlung die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens einzuschätzen. Das biometrische Risiko wird derzeit mit den in der betrieblichen Altersversorgung anerkannten Richttafeln 2005G von Klaus Heubeck eingeschätzt.

Bilanzierung von Pensionsrückstellungen in der Steuerbilanz

Um in der Steuerbilanz Pensionsrückstellungen bilden zu dürfen, müssen die Pensionszusagen zusätzliche Voraussetzungen erfüllen (§ 6a EstG). So muss bspw. Die Pensionszusage schriftlich erteilt sein. Auch ist die Art der Berechnung (Teilwert) sowie der Rechnungszins (6,0%) fest vorgeschrieben.

Weitere zusätzliche steuerliche Anforderungen muss die Pensionszusage für einen Gesellschafter Geschäftsführer erfüllen, wenn sie anerkannt werden soll. Diesen reichhaltigen Anforderungskatalog finden Sie unter Gesellschafter-Geschäftsführer-Versorgung – rechtliche Anforderungen.

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BilMoG Zins
Monat 7-jährig 10-jährig
veröffentlicht 12.2021 1,35 % 1,87 %
veröffentlicht 04.2022 1,36 % 1,79 %
GBG-Prognose 12.2022 1,36 % 1,73 %

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